Heemskerck 1498 – Haarlem 1574
Maarten van Heemskerck war der Sohn eines Bauern und musste dem Familienhof entfliehen um sich der Kunst widmen zu können. Seine Flucht führte ihn zunächst nach Delft, dann nach Utrecht wo auch der sehr bekannte Maler Jan van Scorel Tätig war. Die Entdeckung der alten Kunst, die er dank seines neuen Meisters kennen lernte, begeisterte den jungen Maarten. In den Urkunden wird berichtet, dass die schnellen Fortschritte des jungen Schülers seinen Meister Van Scorel dazu veranlassten ihn aus Eifersucht aus seiner Werkstatt zu verjagen. Es ist nicht abzustreiten, dass die ersten Werke von van Heemskerck denen seines Meister bis zur Verwechslung ähnlich waren.
Maarten van Heemskerck beschloss nach seinem Rausschmiss sich 1532 nach Rom zu begeben. Die Begegnung mit der Antike und der Italienischen Renaisssance machten aus ihm einen wahren Botschafter des Italienischen Manierismus im Norden Europas. Drei Jahre lang wurde er vom Kardinal Willem van Enckenvoirt, dem Berater des Niederländischen Papstes Adrian VI, aufgenommen, in denen er unermüdlich Ruinen, alte Skulpturen und Römische Landschaften, entwarf, zeichnete und malte.
Stark beeinflusst von Michel-Angelo und Raphael, nahm van Heemskerck, nach seiner Rückkehr, einen markanten Platz unter den Flämischen und Niederländischen Malern seiner Zeit ein : öffentliche Bauten und Kirchen wurden von ihm mit Fresken ausgestattet. Seit 1540 Dekan der Malergilde in Utrecht, wurde Maarten van Heemskerck durch seine grossen historischen Bilder wie auch durch seine Kirchenfenster Kompositionen bekannt. Die Umwälzungen in den Niederlanden durch Bürger- und Religionskriege zerstörten eine beachtliche Anzahl seinerSchöpfungen. Die von ihm erhalten gebliebenen Werke (aufbewahrt in den Museen von Amsterdam, Berlin und Utrecht) stellen ein ausserordentliches Zeugnis des Italienischen Einflusses in der Niederländischen Malerei der ersten Hälfte des XVI. Jahrhunderts dar.