1592 – Antwerpen – etwa 1651
Dieser hervorragende Landschaftsmaler, der vor 1948 gänzlich unbekannt war, wurde durch den Kunsthistoriker Ludwig Burchardt entdeckt, der seine Signatur auf einer Waldlandschaft entdeckte, eine Illustration der Episode Balaam und der Engel, datiert 1624, die damals Teil einer englischen Kollektion war. Seither ist eine beachtliche Anzahl von kleinen Landschaften auf den Kunstmärkten aufgetaucht und habens omit den Korpus dieses vormals unbekannten Malers vergrößert. Sein Name, der mehrfach in den Antwerpener Archiven auftaucht, hilft uns, seine Ausbildung zu rekonstruieren : Jasper von der Lanen wurde demnach wohl 1592 in ebendieser Stadt geboren und absolvierte seine Lehre im Atelier von Nicolas Geerts, bevor er 1615 Meister wurde. 1624 heiratete er Elisabeth Rombouts, mit seinem Kollegen Abraham Govaerts als Trauzeugen. Nach dessen Tode 1626 wurde er beauftragt, gemeinsam mit neun Antwerpener Kollegen bestimmte Bilder Govaerts’ fertigzustellen, die noch in dessen Atelier standen.
Die Bilder, für die er als Urheber bestätigt wurde, weisen wiederkehrende Eigenschaften auf, darunter Laub, Baumstümpfe, Pflanzen, Blattwerk und Gehölz, die oftmals in ihrer Behandlung den Einfluss eines Gillis van Coninxloo offenbaren (dessen Kompositionen er gelegentlich in einen größeren Maßstab überträgt) oder aber der Helligkeit und Freiheit seiner Horizonte, die an Paul Bril erinnern.
Abgesehen von dieser Produktion größeren Formats sind es die kleinen Landschaften mit denen van der Lanen besonders brillierte. Mit ihnen erwies er sich als talentierter und origineller Maler, der eine lyrische Sensibilität enfaltete, die ihn Govaerts ähneln liess und einen Vorgeschmack auf die Rubensschen Landschaften bot.