Um 1600 Haarlem – vor 1642
Hans Goderis, war ein in Haarlem tätiger Flämischer Maler der 1623 in der St. Lukasgilde aufgenommen wurde. Nur wenige seiner Werke sind uns erhalten geblieben, sein ältestes Werk : „Schiffe in einer Mündung“, signiert und datiert 1625, wird im Museum Cornelis van Beuningen in Rotterdam aufbewahrt. Eine vom Friedensrichter Cornelis Guldewagen ausgestellte Zahlungsbestätigung für ein 1632 datiertes Gemälde ist erhalten geblieben, aber das Gemälde selber konnte nicht identifiziert werden. Theodor Schrevell beurkundete in seiner 1648 erschienenen Monographie über Haarlem, dass Goderis zwischen 1622 und 1624 Schüler von Jan Porcellis war, der als erster Repräsentant zu der besonders verbreiteten Marinetradition gehörte. Die Goderis zugeschriebenen Marinebilder behandeln einfache Themen, mit einem von seinem Meister übernommenen Farbengebrauch von Blau, Grau und Ocker. Die Ansicht „Kleine Schiffe in sanfter Brise fern von Dordrecht“ (Chriestie’s , London, 12. April 1985, Los Nr. 140), vereint in ihrer Komposition eine Sammlung von Gravuren die unter dem Titel „Icones variarum navium Hollandicarum“ bekannt ist und in Amsterdam 1627, nach den Zeichnungen von Porcellis, veröffentlicht wurde. Goderis bevorzugte es auf kleinen Tafeln zu arbeiten, seine Kompositionen sind im Schnitt nicht grösser als 30 x 50 cm, wobei es sich bei einigen von ihnen um Rund- und Ovalbilder handelt. Seine zahleichen Schiffe fernliegende Städte darstellenden Kompositionen hätten sich sehr wohl für Leinwände grösseren Formats geeignet. Mit der Einfügung von kleinen menschlichen und anderen Figuren im Vordergrund erreicht Goderis in seinen maritimen Ansichten ein Gefühl der Weite und Tiefe zu geben, wie z.B. in seinem Gemälde „Drei Maste und andere Schiffe“, datiert 1628 und im Von der Heydt Museum in Wuppertal aufbewahrt. Eine subtiler Lackgebrauch charakterisiert seinen feinen Pinselstrich.