Tätig in Antwerpen von 1500 bis 1550
Dieser Meister, der während der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts tätig war blieb unerkannt. Er wurde vor allem für seine Frauenporträts berühmt, bei denen nur der Oberkörper dargestellt ist, oftmals in prächtiger Kleidung. Der elegante Charakter seiner Modelle und die Themen seiner Bilder, die oftmals von Musik und Poesie inspiriert waren, haben Historiker dazu veranlasst zu glauben, dass er in Mecheln im gepflegten und kultivierten Milieu der Margarete von Österreich arbeitete, die von 1518 bis 1530 Statthalterin der Niederlande war und die von Bernard van Orley porträtiert worden war. Der anonyme Maler entstammte vielleicht dessen Atelier. Dieser Künstler malte auch panoramische Landschaften, verziert mit religiösen Szenen. Seine Auffassung einer panoramischen Landschaft stand unter dem Einfluss von Joachim Patenier, der bis 1524 in Antwerpen lebte. Diese verschiedenen Beobachtungen zusammen genommen rechtfertigen die Hypothese, dass der Meister in Antwerpen und Mecheln arbeitete und dass er in der Zeit von 1527 und 1540 tätig war.
Die konstanten morphologischen Typen seiner weiblichen Modelle unterscheiden sich von den Bildern seiner Zeitgenossen Adriaen Isenbrant und Ambrosius Benson, mit denen er verglichen wurde, insbesondere in Bezug auf religiöse Motive.
Die Werke dieses Meisters werden weiterhin vor allem mit der Darstellung von jungen Frauen assoziiert, deren Oberkörper gezeigt wird, den Kopf im Dreiviertelprofil, mit ovalem Gesicht, gebogenen Augenbrauen, geschürzten Lippen, die Haare meist mit Mittelscheitel frisiert, mit feinen gepflegten Händen. Dies sind die Merkmale eines idealisierten Modells, die der Meister der weiblichen Halbfiguren in allen seinen Bildern immer wieder aufgegriffen hat. Dieses weibliche Modell erscheint auch in den Bildern mit religiösen Motiven.