1569 Antwerpen – Paris 1622
Frans Pourbus war der Sohn von Frans Pourbus d.Ä. und Enkelsohn von Pieter Pourbus und absolvierte 1591 seinen Meister in Antwerpen. Es ist anzunehmen daß er seine Ausbildung in dieser Stadt erhielt, vermutlich in der Werkstatt von Adriaen Key. Vor seiner Abreise nach Mantua im Jahre 1600 arbeitete er am Brüsseler Hofe des Erzherzogs Albert und seiner Gemahlin Isabella. Bis 1609 war er Proträtist am Hofe des Fürsten Vincenzo de Gonzaga in Mantua. Die zahlreichen Aufträge der fürstlichen Familie nötigten ihn sich zur Ausführung einiger der wichtigen Porträts 1603 nach Innsbruck, 1605-1606 nach Turin und 1613 nach Paris zu begeben, wo er den jungen Ludwig XIII., damals noch Thronfolger, und seine Mutter, Maria de Medici, Schwester der Fürstin von Mantua, malte. Nach einer neuen Reise nach Italien im Jahre 1607 kehrte er nach Paris zurück und trat 1616 in die Dienste der Maria de Medici und anschließend in die von Ludwig XIII. bis zu seinem Tode im Jahre 1622. Frans Pourbus war einer der berühmtesten Hofmaler seiner Zeit und in dieser Eigenschaft und auch als Zeichen der Dankbarkeit wurde ihm die Ehre zuteil im Louvre zu wohnen.
In seinen ersten Jahren in Antwerpen und bis 1590 stand sein Stil unter dem Einfluss seines Vaters und Adriaen Keys. Später entwickelte er eine Hofporträt Gattung die an den Stil von Antonio Moro, Alonso Sanchez Coello und Pantoya de la Cruz erinnert, mit häufigen Standbildnissen und einer neuen Liebe zur Ausschmückung. Obwohl seine Malkunst weicher wurde blieb er jedoch der Flämischen Tradition treu, die sich von der Barockbewegung fern gehalten hatte, was seine Beliebtheit in dem vom Klassizismus durchdrungenen Frankreich des XVII. Jahrhunderts erklärt.