Antwerpen um 1570 – Nürnberg 1623
Sohn und Schüler von Lucas van Valckenborch gehört Frederick van Valckenborch einer Malerdynastie an, die auf Grund ihrer Sympathien zur Reformation von den religiösen Verfolgungen der Truppen des Herzogs von Alba 1566 zur Flucht gezwungen wurde und Exil in Deutschland fand bevor sie sich erst gegen 1570 in Antwerpen niederlassen konnte. So waren die ersten Jahre des Malers wenig sesshaft, um so weniger als er seinen Vater begleitete als dieser Hofmaler des neuen Gouverneurs der Niederlande, Erzherzog Mathias, wurde und ihn auf seinen Reisen nach Österreich, Prag, Linz und Nürnberg mitnahm.
Obwohl er ganz offensichtlich von der zarten und sorgfältigen Malkunst seines Vaters und seines Onkels Martin, die eine Werkstatt teilten, beeinflusst wurde, ist wenig über die Ausbildung des jungen Fredericks bekannt.
Später begab er sich nach Italien und lebte dort lange in Venedig wo er unermüdlich die Kompositionen von Titian, Tintoretto und anderen Künstlern der Stadt studierte, die sein Werk wesentlich beeinflussen sollten, insbesondere erkennbar in seinen Figurendarstellungen, die von der Übernahme des bereits auslaufenden Italienischen Manierismus zeugen.
Nach seiner Rückkehr ließ er sich in Nürnberg, in Nähe seines Vaters, nieder. Erst im Jahre 1612 erhielt er den ehrenvollen Auftrag ein Siegestor anlässlich der Ankunft des Kaisers in der Stadt zu malen.
Außerdem führte er Stadt- und Marktansichten aus, die er mit einer Vielzahl von lebendigen, sich durch ihre malerischen, windenden und verdrehten Posen auszeichnenden Figuren bereicherte, die ganz der ihm zu eigen gewordene manieristischen Malweise entsprachen.
Der Künstler spezialisierte sich jedoch hauptsächlich auf die Darstellung von fantastischen Landschaften. In diesem sehr besonderen Genre zeigte er das Ausmaß seines wahren Talents. Dies betrifft insbesondere seine Flächengestaltung, wobei ihr Aufbau aus sukzessiven Ebenen besteht, oft von Felsen, schiefen Konstruktionen und düsteren Wäldern belebt und durchdrungen von einem, mit zartem Pinselauftrag erzeugten, zitternden Licht. Diese düstere und beängstigende Atmosphäre verleiht seinen Beschwörungen eine unerwartete vor-romantische Prägung.